Peugeot 504 GL Automatique von Thomas van Gemmeren aus Rheine

 

 

Historie

 

Als Autonarr habe ich mich für Autos schon von Kindesbeinen an sehr interessiert. Fasziniert haben mich damals schon immer die französischen Autos.

Meine Eltern besaßen u.a. den hier abgebildeten Peugeot 504. Es handelte sich um eine dunkelrote Limousine mit Dieselmotor.

Das Modell fuhren wir von 1972 bis 1978, und es ist das erste Auto, an das ich mich gut erinnern kann.

Aus diesem Grunde bin ich Anfang Mai 2003 beim „Surfen“ im Internet auf diese Seite gestoßen und habe dabei in der Liste der Peugeot 504-Fahrer die Adresse des Besitzers eines solchen Modells, nur 25 km von meinem Wohnort entfernt, gefunden.
Das Auto wollte ich mir „nur mal so“ ansehen. Der Eigentümer lud mich gerne dazu ein. In seinem Besitz, verteilt in mehreren Hallen, befinden sich noch ca. 7 weitere, ältere Peugeotmodelle.

Da er das Hobby alter Peugeot-Modelle als Einziger in seiner Familie ausübt und die Peugeots auch regelmäßig bewegen will, dies aber aus zeitlichen Gründen nicht machen kann, bat er mir spontan den Kauf des 504 an.

Nach drei sehr unruhigen Nächten habe ich mich dann zum Kauf entschlossen.

Bei der 504 Limousine handelt es sich um einen GL Automatique mit Schiebedach und nachträglich montierter Anhängerkupplung. Die Außenfarbe ist ein champagner-metallic Ton, die Polster sind in dunklem Braun gehalten. Baujahr 10/1978 (Modelljahr 1979), Km-Stand: 65.151 km.

Insgesamt sind mit mir jetzt vier Eigentümer im Fahrzeugbrief eingetragen. Der Erstbesitzer ist 1906 geboren, d.h., er war bereits 72 Jahre beim Neuwagenkauf! In seinem Besitz war das Auto 12 Jahre.

 

Eine sehr umfangreiche Hohlraumversiegelung damals, die auch heute noch sehr gut sichtbar ist, und die geringe Kilometerleistung sind sicherlich die Hauptgründe, dass der Wagen „überlebt“ hat.

Der allgemeine Zustand des Wagens zum Zeitpunkt des Kaufs (der Vorbesitzer möge mir verzeihen):

Lack matt, Unterboden und Radkästen stark verschmutzt, Kantenrost an einigen Türkanten, Motorhaube etc, ca. 5 äußere, direkt sichtbare Roststellen, Schweller im Bereich der Radkästen stark vom Rost befallen, Front- und Heckschürze ebenfalls mit Rostansätzen, Beifahrerseite teilweise schon mal gespachtelt und lackiert. Weitere tragende Teile okay, Unterboden in erstaunlich gutem Zustand, Innenraum sehr gut erhalten jedoch reinigungsbedürftig, sehr guter Zustand der Fensterdichtungen, Reifenprofil ausreichend. TÜV bis Januar 2005, AU neu.

 

Der Motor sprang sofort an, der Bremskraftverstärker war allerdings beschädigt (Bremspunkt nicht definierbar). Ein zweiter vorhandener BKV funktionierte überhaupt nicht.

Nachdem das Auto bei mir zu Hause stand und ich ca. 20-30 Stunden Fleißarbeit investiert hatte, strahlte das Auto teilweise wieder wie neu. Vor allem der Innenraum sieht sehr gut aus. Sogar der vermeintlich nicht mehr zu rettende Lack glänzt wieder. Einige oberflächliche Roststellen konnten ebenfalls einfach entfernt werden.

Nach dem recht schwerem Besorgen eines bezahlbaren und funktionierenden Bremskraftverstärkers wurde das Auto dann im Juni 2003 mit Saisonkennzeichen 04-10 und ADAC-Versicherung angemeldet.

In der gleichen Woche streikte der Anlasser und die Batterie. Nach Reparatur und Batterieneuanschaffung sowie Freigängigmachen der vorderen Bremsbacken konnte die erste Testfahrt beginnen.

Im August 2003 wurde dann eine große Inspektion mit einem Bekannten zusammen durchgeführt: Ausgetauscht wurden alle Flüssigkeiten, Filter, Kontakte, Kondensator, poröse Schläuche und kaputte Schellen zur Befestigung. Der Zündzeitpunkt wurde neu eingestellt, des Weiteren wurde der Unterboden gecheckt und einige leichte Flutrostansätze entfernt.

Die anschließende erste große Fahrt über 500 Kilometer führte mich durch das Siebengebirge und anschließend bei Michael Semmler in Köln vorbei.

Bis auf das Lösen der  Schraubenbefestigung des Vergaserdeckels auf dem Rückweg lief das Auto „wie am Schnürchen“.

 

Es folgten weitere Pflegearbeiten (z.B. Flugrostbeseitigung am Kofferraumboden, Auswuchten aller Reifen).

Ende August 2003 hatte ich die Möglichkeit, den 504 vom "Löwendoctor" Immo Schwarze in Delmenhorst inspizieren zu lassen.

Ein ausführlicher Check wurde durchgeführt, ich erhielt viele Tipps, und einige Ersatzteile nahm ich gleich mit (u.a. 2 Schweller).

Es folgten zwei eher ruhige Monate, in denen ich mich u.a. auf die Suche nach einer Werkstatt machte, die die „Problemstellen“, z.B. im Bereich der Schweller  langfristig beseitigen kann.

Da ich technisch und handwerklich nicht sonderlich bewandert bin, musste es schon eine Werkstatt sein, zu der ich blindes Vertrauen haben konnte.

Diese hatte ich im Oktober 2003 gefunden.

Nach einem ersten Check und ersten Schweißarbeiten wurden  allerdings immer mehr „kritische“ Stellen offen gelegt, so dass ich im Endeffekt ca. 50 Arbeitsstunden + 1 neuen Kotflügel +  1 Frontschürze + Teillackierung zu bezahlen hatte.

Dafür steht das Auto jetzt in einem guten Allgemeinzustand und ohne Anhängerkupplung da.

Kleinere leichte Rostansätze (z.B. an den Türfalzen) habe ich mit Fertan behandelt und anschließend mit Mike Sander's Karosseriefett eingeschmiert. Damit ist der Erhalt dieser Teile zumindest für die nächsten Jahre noch gewährleistet.

 

Das Auto steht jetzt in der Garage und wartet auf die neue Saison.

Ich hoffe, noch lange viel Freude an diesem Wagen zu haben, und vielleicht gibt es ja irgendwann in ferner Zukunft noch einen zweiten alten Peugeot dazu (vielleicht ein 304 S Cabrio)!

Thomas van Gemmeren

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